Estland – Tallinn
Tallinn-Liebe: Mittelalterlicher Charme, bunte Gassen und estnisches Lebensgefühl
Manchmal führt einen eine Reise an Orte, die man vorher gar nicht so richtig auf dem Schirm hatte – und die sich dann als absolutes Juwel entpuppen. Genau so ging es uns mit Tallinn, der estnischen Hauptstadt. Von der schaukelnden Fährüberfahrt über den ersten kleinen Kulturschock bis hin zu mittelalterlichen Stadtmauern und modernem Design: Hier kommt mein Reisebericht über eine unvergessliche Zeit in Estland!
Leinen los: Mit der Fähre nach Estland
Unsere Reise nach Tallinn begann morgens in Helsinki, wo uns ein windiges und kaltes Wetter empfing. Um uns erst einmal aufzuwärmen, suchten wir ein wunderschönes Café direkt am Hafen auf und genossen dort ein gemütliches Frühstück. Danach schlenderten wir ganz entspannt weiter zur Fähre, die uns über die Ostsee nach Estland bringen sollte.
Die Überfahrt hatte es in sich: Es war eine ziemlich schwankende Angelegenheit! Doch dank unseres im Voraus reservierten Buffets und eines genialen, großen Legozimmers für die Kinder vergingen die zweieinhalb Stunden wie im Flug. Mittags liefen wir schließlich bei Regen in Tallinn ein – und wurden direkt mit einem kleinen Kulturschock begrüßt. Während in Skandinavien alles extrem gepflegt und stylisch wirkte, schien es in Estland auf den ersten Blick eher bunt, authentisch und auf praktische Angebote ausgerichtet zu sein. Doch dieser ganz eigene Charme hatte uns sofort gepackt! Vom Fährhafen aus bezogen wir unser traumhaftes Design-Appartement, das keine Wünsche offenließ. Den restlichen regnerischen Tag ließen wir gemütlich ausklingen: Wir spielten eine Runde Schach, versorgten uns im Supermarkt mit allem Nötigen und machten es uns abends auf der Couch bei Popcorn und einem guten Film gemütlich.
Mittelalterflair und kulinarische Highlights: Ein Tag voller Entdeckungen
Nach einem ausgiebigen Ausschlafen und einem herrlich gemütlichen Frühstück in unserer Ferienwohnung starteten wir in einen vollen Erkundungstag. Unser erster Weg führte uns über den lebendigen Tallinner Food Market und direkt hinein in die bezaubernde Altstadt.
Es fühlte sich an wie eine Zeitreise. Wir ließen uns treiben und klapperten eine beeindruckende Liste an Sehenswürdigkeiten ab:
- Den historischen Rathausplatz und die stimmungsvolle Katharinenkirche
- Die alten Lehmtore
- Einen überraschenden und sehr coolen Stopp im lokalen Tattoo-Studio
- Immer wieder tolle Spielplatz-Pausen für die Kinder
- Den grünen Tammsaare-Park, vorbei an der Oper und über die Mayer-Treppe hinauf zum Harju-Hügel mit dem großen Tallinn-Schild
- Den historischen Wehrturm „Kiek in de Kök“
- Den mystischen Garten des dänischen Königs
- Die prachtvolle, russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale
- Und schließlich den fantastischen Ausblick vom Aussichtspunkt Patkuli samt seiner langen Treppe.
Nach so viel Fußmarsch knurrte uns ordentlich der Magen, und wir wurden im wunderbaren Restaurant Rataskaevu 16 kulinarisch absolut verwöhnt. Zufrieden und voller neuer Eindrücke kehrten wir am Abend in unsere Unterkunft zurück, wo wir uns wieder mit Popcorn und einem Film auf die Couch kuschelten.
Abschied von Tallinn: Abenteuer auf Schienen
Der nächste Morgen begann ganz entspannt mit Ausschlafen im Design-Appartement und einem üppigen Frühstück. Da unser Bahnhof nur fünf Minuten Fußweg entfernt lag, machten wir uns ganz entspannt auf den Weg dorthin.
Dort bekamen wir zwar erst einen kurzen Schreckmoment, weil online stand, dass der Zug ausgebucht sei und wir mit unseren Interrail-Tickets vielleicht Probleme bekommen könnten – aber vor Ort stellte sich alles als völlig unkompliziert heraus. Wir ergatterten einen perfekten 6er-Sitzplatz, fuhren vier Stunden nach Valga und stiegen dort direkt in den finalen Zug nach Riga um. Auch hier hatten wir wieder unverschämtes Glück mit einem super 4er-Sitzplatz, Tisch und sogar Kaffeeservice an Bord.
Pünktlich um 17 Uhr rollten wir in die nächste lettische Etappe ein, aber Tallinn wird uns als unglaublich vielseitige, charmante und überraschende Stadt für immer in Erinnerung bleiben.
Eure Cathleen